Sonntag, 28. Dezember 2008

Der Mob wird immer grausamer.


Mobbing in seiner perversen und menschenverachtenden Form findet sich heute nicht nur in der Schul-, Universitäts- und Arbeitswelt, sondern bestimmt mehr und mehr unser Leben auch im so genannten Privatbereich. Einige Beispiele zum Jahresabschluss 2008 sollen auch unseren Blick mehr und mehr auf diesen Bereich richten, denn gerade die fehlenden Ombudsleute mit Handlungsbefugnis machen klar, weshalb Mobbing sich so rasant ausbreiten und systematisieren konnte.
Im Forum von GoFeminin* stellt Switel ihren Mobbingfall im Wohnbereich zur Diskussion und bittet um Hilfe: „Was soll ich machen?“* Eine mögliche Lösung wäre ein Anhang an jedem Mietsvertrag über eine dem AGG entsprechende Vereinbarung, die an den Universitäten mehr und mehr abgeschlossen werden muss, denn dort gehört Mobbing wohl schon längst zum „guten Ton“.**
Doch an wenn soll man sich wenden, wenn selbst in der Arbeitswelt die Illusion vorherrscht, Mobbing sei strafbar. Darauf verweisen dies staatlichen Institutionen immer gerne, doch wo ist die Behörde oder der Staatsanwalt, der in Deutschland überhaupt in der Lage ist gegen Mobbing zu ermitteln, von der desolaten gesetzlichen Struktur will ich schon gar nicht reden.*** Klar, bei Stalking hat die Politik eine feine Regelung geschaffen, denn dies ist ja für die Politiker zu ihrem eigenen Schutz, doch wer schützt die Allgemeinheit? Eigennutz geht vor dem Gemeinwohl, deutlicher kann sich eine Legislative nicht zu erkennen geben. Wer es nicht glaubt, soll mal bitte eine Statistik vorlegen, in wie vielen Fällen ermitteln Behörden in Deutschland gegen Mobbing?
Und auch im Steuerfall Zumwinkel und der ermittelnden Staatsanwältin wird nun öffentlich ein „Schmierenstück aus Mobbing und Intrigen“ vorgeführt, das es in sich hat. Auslöser dafür war das von der Staatsanwältin an das Gericht zu spät abgeschickte Schriftstück, die Dr. Zumwinkel definitiv nun einen Kurzurlaub hinter schwedischen Gardinen ersparen*. Unklar ist auch, was an Frau Lichtinghagen nun eigentlich besonderes ist, dass sie zur “Starstaatsanwältin“ gekürt wird. Offensichtlich schafft es die Gilde der devoten Journalisten aus den Printmedien, einen der „größten Steuerskandale“ zu einem „juristischen und boulevardmäßigen“ Theaterstück verkommen zu lassen, in dem nur noch ein wenig „Sex in the City“ fehlt und schon haben wir eine Piefkeshow aus einem Ermittlungsverfahren gemacht. Hollywood wird so zu Bochhollywood, nach dem B-Filmklassikerparadies Bollywood. Geistige Armut scheint hier bei allen Akteuren eine Gemeinsamkeit darzustellen und dies im Land von Goethe, Schiller, Kant und Einstein. Doch die Opfer von Mobbing haben einfach einen Anspruch auf die im GG verankerten Würde des Menschen und darum geht es auch 2009.****
Doch Mobbing gassiert nicht nur in Deutschland, so meldet die „News“ aus der Schweiz uns einen interessanten Fall von Mobbing innerhalb einer Gewerkschaft. „Einmal mehr geraten Mitarbeiter der Gewerkschaft Unia in Mobbing-Verdacht. Drei Angestellte der Tessiner Sektion wurden wegen Mobbing-Vorwürfen bis auf weiteres suspendiert.“*****
Und aus England wird uns ein Mobbingfall der neuesten Art bekannt, die im Rahmen der Banken- und Finanzkrise wohl bald auch in anderen Ländern und im Mobberparadies Deutschland sich rasant ausbreiten dürfte. „Bank mobbt krebskranken Kunden.“ Wer den Artikel gelesen hat, den kann eine gewisse Form der „Übelkeit“ überkommen, doch es zeigt uns auch, wie grausam Mobbing ist und werden kann, wenn man das Schicksal des Opfers bedenkt.******


*http://forum.gofeminin.de/forum/f274/__f550_f274-Habe-Mobbing-aber-mega.html
**http://www.uni-bonn.de/Einrichtungen/Mitgliedervertretungen/Personalrat/Dienstvereinbarungen/bilder/DVMobbingEntwurf.pdf
***http://www.gutefrage.net/frage/ist-mobbing-unterdessen-strafbar
****http://www.readers-edition.de/2008/12/17/amtliches-mobbing-zumwinkels-strafverfolgerin-verjagt/
*****http://www.news.ch/Mobbing+Unia+suspendiert+drei+Mitarbeiter/328921/detail.htm
******http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,594820,00.html

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